Entstehungsgeschichte der Evangeliumskirche

Nach dem 2. Weltkrieg begann durch die Flüchtlingsströme eine explosionsartige Entwicklung der Bevölkerung im Münchner Norden. So liegen die Anfänge der Evangeliumskirche Hasenbergl im einstigen Lager Frauenholz. Dort hatte die evangelische Kirche bereits in den 50er Jahren unter Pfarrer Heinz Kormann mit Seelsorge begonnen, als am 25. Mai 1960 der damalige Oberbürgermeister Münchens, Dr. Hans-Jochen Vogel, den Grundstein für die neue Siedlung am Hasenbergl legte.
Bei einem solch großen Vorhaben war auch die evangelische Kirche um ihren Beitrag gefragt. Der zuständige Pfarrer der Versöhnungskirche Harthof, Otto Steiner, wurde sofort aktiv. Die sozialen Probleme unter den Neuzugezogenen waren offensichtlich. Nicht nur materielle Hilfe war gefragt, auch eine geistliche Heimat musste geschaffen werden.
Am 21. Januar 1962 konnte der Grundstein für die Evangeliumskirche gelegt werden. Die Pläne für die in nur acht Monaten Gesamtbauzeit fertiggestellte Evangeliumskirche am Stanigplatz, an deren Innenausstattung sich eine Reihe namhafter Künstler beteiligte, stammten von den auch an der Bebauungsplanung der Siedlung am Hasenbergl beteiligten Architekten Helmut von Werz und Johann Christoph Ottow. Zur weitläufigen Anlage gehören die 500 Sitzplätze fassende Kirche, Pfarramt und das Prodekanat, Pfarrwohnungen sowie das „Grüß-Gott-Haus" mit angebauten Jugendräumen.
  Das Kirchenschiff ist 35m lang und 15m breit. Von außen sieht der Besucher zunächst den großen, roten Backsteinbau mit Stahlbetonskelett. Die Kirchenfenster im Chorraum sind 12 Meter hoch. Das Raumprogramm umkreist die heilige Zahl 7. Der Altar mit einem siebenarmigen schmiedeeisernen Leuchter und die visionäre Christusgestalt mit 7 Feuerflammen und 7 Sternen erinnern an die Offenbarung des Johannes. An den Seitenwänden hängen Wandteppiche mit den 7 Werken der Barmherzigkeit (Matthäus 25), an der Empore werden die 7 Schöpfungstage abgebildet.
Ein großes Ereignis für die Bewohner der Siedlung am Hasenbergl war am 30. August 1962 die Montage des Turmkreuzes. Es wurde von einem Hubschrauber der Heeresfliegerschule Schleißheim auf den 37m hohen Kirchturm gebracht. Die Montage des sieben Zentner schweren und sieben Meter hohen Kreuzes erregte sogar das Interesse des Fernsehens.
  Die Einweihung der Evangeliumskirche konnte, in Anwesenheit des Oberbürgermeisters, am 1.Sonntag im Advent, am 2. Dezember 1962 durch Kreisdekan Oberkirchenrat Hans Schmidt und Dekan D. Theodor Heckel gefeiert werden.
Die fünf Glocken, am 13. September 1964 durch Dekan Georg Lanzenstiel geweiht, tragen als Inschriften die biblischen Losungen der fünf evangelischen Kirchentage 1953-1961. Am 26. Februar 1968 begann der Einbau der Orgel; sie wurde am 4. März 1968 eingeweiht.  
Otto Steiner wurde am 15. Juli 1969 zum Prodekan für das Prodekanat München-Nord (mit zehn Kirchengemeinden) ernannt. Steiner erwarb sich zusammen mit seiner Frau Elisabeth durch seine sozialen Aktivitäten einen legendären Ruf. Nachfolger als Prodekan und Pfarrer im Hasenbergl wurde 1983 Heimo Liebl (später Dekan von München und Präsident des Diakonischen Werkes Bayern) und 1986 Dr. Helmut Ruhwandl (später ebenfalls Dekan von München). 1993 übernahm Roderich Diez die 1. Pfarrstelle, 2003 Uli Seegenschmiedt.
Die Gemeindearbeit hat sich im Verlauf der Jahrzehnte weiter entwickelt und verändert. Der sozialdiakonische Schwerpunkt wurde mehr und mehr vom „Sozialen Beratungsdienst e.V." übernommen, der mittlerweile über 25 verschiedene Einrichtungen betreut und ca. 300 hauptamtlich Mitarbeitende beschäftigt. Am 20. Juni 2004 wurde das 40-jährige Bestehen gefeiert. Gleichzeitig gab sich der Verein einen neuen Namen: Diakonie Hasenbergl.