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Das leuchtende Kreuz über dem Hasenbergl

tz vom Mittwoch, 20. Dezember 2006 - Seite 4 - von David Costanzo

7 Meter hoch - Hell wie Leuchtreklame
Der erste Münchner Kirchturm bekommt ein leuchtendes Kreuz

Es thront über dem Hasenbergl, es ist weithin sichtbar, und es strahlt in der Nacht: Über dem einstigen Problemstadtteil leuchtet jetzt das Kreuz - ziemlich einzigartig in München! Gestern setzte ein Kran es auf den Turm der protestantischen Evangeliumskirche. Die Gemeindemitglieder haben es sich selbst zu Weihnachten geschenkt - aber die Idee dazu kam von einem Kind! "Der Ersatz war überfällig", freut sich Uli Seegenschmiedt, Dekan und gleichzeitig Pfarrer der Evangeliumskirche. Seit Jahren überlegten die Gemeindemit-glieder, was mit dem alten, rostigen Kreuz geschehen solle.

Kann die Jugend es nicht streichen? Viel zu gefährlich! Der Turm ist allein 37 Meter hoch und das Kreuz sieben Meter! Irgend-wann stellte ein ganz junges Gemeindemit-glied eine einfache, aber einleuchtende Frage. "Warum kann unser Kreuz eigentlich nicht in der Nacht strahlen?" wunderte sich die kleine Alena (11). "Der ganze Kirchenvorstand war sofort begeistert", erzählt der Pfarrer - ein neues Kreuz musste ja ohnehin her. Das Dekanat, Sponsoren und viele Spender aus der Gemeinde besorgten die nötigen 15 000 Euro. Ein leuchtendes Kabel mit geringem Stromverbrauch lässt das Kreuz wohl ab Weihnachten von innen heraus leuchten und damit die für den Pfarrer so wichtige Frohe Botschaft des Evangeliums.
"Gott ist an Weihnachten Mensch geworden und hat uns durch seinen Tod am Kreuz erlöst", fasst Pfarrer Seegenschmiedt den Kern der Botschaft zusammen. Das leuchtende Kreuz soll ein strahlendes Symbol sein und eine Einladung.
"Jeder Firlefanz wird angestrahlt und beworben. Warum dann nicht erst recht die Frohe Botschaft?", sagt Seegenschmiedt.


Diese Botschaft ist dem Pfarrer auch in der Umgebung wichtig. "Im Norden des Hasenbergls haben 80 Prozent der Menschen Migrationshintergrund. Da ist das Christentum in der Minderheit." Das Kreuz soll auch das Selbstbewusstsein stärken. "Wir wollen kein verschämtes Christentum, erst recht kein unverschämtes!" Deswegen sei das Kreuz kein Affront gegen die Muslime. Im Gegenteil: Der Glaube - egal welcher - sei heutzutage fast ein Tabu. Das soll das strahlende Kreuz ändern. DAC

Fotos: Hentsch/Seegenschmiedt

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